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sz-online, 20.02.2012: Die Stimme der GartenschauDer Rothenburger Michael Kutter übernimmt die Moderation auf der Landesgartenschau. In Löbau soll er bis zu 450 000 Besuchern die Lausitz schmackhaft machen.Von Irmela Hennig Mit Garten kennt sich Michael Kutter aus. Schließlich hat der DJ und Moderator selbst rund 1000 Quadratmeter Land am Häuschen in Rothenburg. "Zwei Stunden hinterm Rasenmäher sind da Pflicht", sagt der Lausitzer. Und auch eine der seltenen Gelegenheiten zum Abschalten für den umtriebigen Unterhalter. 2012 wird ein echtes Gartenjahr für Michael Kutter. Allerdings nicht eines im Grünen hinterm Haus. Der gelernte Elektromonteur ist Moderator der Landesgartenschau in Löbau. "Eine Herausforderung, eine Sache voller Unwägbarkeiten", sagt Kutter. Aber auch etwas, das er längst gespannt erwartet. "Ich sehe, wie das Gelände wächst, wie etwas ganz Neues entsteht. Das hat schon etwas Faszinierendes." Angst vor der großen Aufgabe, vor geschätzten 250000 Besuchern, hat er nicht. "Wenn ich das richtige Futter habe, die richtigen Informationen, traue ich mir fast alles zu", sagt der Mann, der seit 34 Jahren im DJ- und Unterhaltungsgeschäft ist. Der kaum ein Wochenende zu Hause verbringt und von Termin zu Termin eilt. Hin und her zwischen Berlin, Breslau, Oberwiesenthal und Leipzig. "Zum Glück habe ich eine verständnisvolle Familie." Der zweifache Vater weiß das zu schätzen und genießt das tägliche gemeinsame Frühstück - früh kurz nach halb sechs. Das klingt nicht nach dem Klischee-DJ-Leben, nach durchfeierten Nächten und ausschlafen bis in den Nachmittag hinein. Aber so ist das als Familienmensch. Und sowieso - der Jugenddiskobetrieb heute ist eine ganz andere Welt. Alles hat sich verschoben. "Die fangen jetzt um eine Uhrzeit an, zu der wir früher Schluss gemacht haben", erzählt Michael Kutter. Und erinnert sich an die Zeiten als am Wochenende noch in fast jedem Lausitzer Dorf ein Tanzsaal öffnete. Als man ausging, um zu feiern, um Spaß zu haben, abzuschalten vom Alltag und nicht, um sich gegenseitig die neuesten Markenklamotten vorzuführen Jugenddisko macht Kutter nicht mehr. Aber sonst fast alles. Er ist DJ bei Volksfesten, Silvesterpartys, Schlägernächten, bei jeder Art von Familienfeier. Und Moderator für beinahe alle Anlässe. Als die Macher der Landesgartenschau auf ihn zukamen, hat er - der sich "Stimme der Lausitz" nennt - sofort zugesagt. Bei etwa zehn Veranstaltungen in der neuen Veranstaltungshalle wird er durchs Programm führen. Von der Wirtschaftsmesse "Konvent'a", die auf der Gartenschau stattfindet, über eine Musiknacht, das Gartenschau-bergfest bis hin zum Parallelprogramm während des Löbauer Stadtfestes. Dort wird er die Festbesucher neugierig machen auf das Gartengelände, wird Schlagerstar Bernhard Brink begrüßen. Und das Treffen der sächsischen Königinnen für Wein, Bier und Co begleiten. Kutter sei einer, der den richtigen Ton trifft, der es versteht, die Leute mitzureißen, der sich in alles hineindenken kann, zählt Joachim Birnbaum auf. Der Veranstaltungsleiter der Gartenschau hat den DJ und Moderator ins Boot geholt. Auflegen wird Kutter übrigens auch. Die Gartenschau ist ein Höhepunkt im bunten Unterhaltungsleben des Lausitzers. Ans Weggehen aus der Heimat hat er nie gedacht - obwohl bei der Heirat mit einer Dresdnerin auch die Landeshauptstadt zur Debatte stand. "Ich bleibe, und wenn ich der Letzte bin, der hier das Licht ausmacht." Schließlich hat hier auch alles begonnen. Zu DDR-Zeiten. Mit einer Weihnachtsfeier der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Und mit einem DJ, der die Feiernden versetzte. Kutters Bruder sprang mit Technik und Tonbändern ein. Und sagte zu Michael: "Du hast eine große Klappe, hier hast du das Mikrofon" - und so kam Kutter zu seiner ersten Moderation. "Die Bühne war 1,20 Meter hoch und das Herz lag unten drunter", so ging es ihm damals. Trotz Herzklopfen - das war die Initialzündung. Michael Kutter machte zwar seine Ausbildung. Doch nebenbei besorgte er sich schon die DJ-Lizenzen für den damaligen Kreis Niesky. Klapperte Säle ab, stellte sich vor und kam nach und nach zu Auftritten. Heute geht das fast von allein, das Telefon klingelt, es kommen E-Mails. "Ich habe richtig zu tun." Geblieben ist das Lampenfieber. Aber das sei auch gut so, das hilft, sich zu konzentrieren. 15 Jahre lang war der Rothenburger Moderator bei Radio Lausitz. Eine Zeit, die er nicht missen möchte, über die er aber keine Worte mehr verlieren will. Lange hatte er dort die Kultsendung "Freitag Nacht" moderiert, eine Fangemeinde aufgebaut. 2008 wurde das Konzept überarbeitet, die Stimme am Mikrofon ausgetauscht. Für Kutter wars das. Wochenlang protestierten die Hörer, wandten sich auch an die SZ. Zurück zur "Freitag Nacht" kam Kutter nicht. Aber das ist vorbei. Jetzt ist 2012, die Gartenschau kommt. Und bis dahin ein Sack voll anderer Termine. |